VEM - Numerik - Siemens

Steuerungsentwicklung in Chemnitz
 

Geschichte bis 1945

Geschichte der Technischen Büros von Siemens und der AEG in Chemnitz

1837

begründet Carl Gottlieb Haubold mit seiner Werkstatt in Chemnitz den Maschinenbau.

1847

gründen Werner Siemens und Johann Georg Halske in Berlin die Telegraphen Bau-Anstalt Siemens & Halske.

1848

liefert die Sächsische Maschinenfabrik von Richard Hartmann in Chemnitz die erste Lokomotive aus.

1866

entwickelt Werner Siemens den ersten elektrischen Generator nach seinem dynamoelektrischen Prinzip.

1879

gründet Werner Siemens mit Heinrich Stephan den „Elektrotechnischen Verein“, das war die Geburtsstunde der Elektrotechnik.

1885

gründet Sigmund Schuckert in Nürnberg die Firma Schuckert & Co., die 1893 in die Elektrizitäts-Aktien-Gesellschaft Vormals Schuckert & Co. umgewandelt wird.
Otto Schmidt wird in der Salzstraße 25 erster Vertreter von Siemens & Halske in Chemnitz.

1890

wird das erste Technische Büro von Siemens & Halske in München eröffnet. Die Technischen Büros sollen  die Kontaktstellen von S & H zu den regionalen Unternehmen werden, welche Siemens-Produkte weiterverarbeiteten. Sie übernehmen den Verkauf, vor allem aber auch die Beratung der Kunden zu den Produkten von S & H.
Louis Dix, Gründer der Vogtländischen Eisen- und Elektrizitätswerke in Greiz, wird Generalvertreter für S & H in Chemnitz.

1893

erteilt die Stadt Chemnitz Siemens & Halske den Auftrag zum Bau eines Elektrizitätswerkes.

1899

schließlich wird das Unterbüro Chemnitz des Technischen Büros von Siemens & Halske Leipzig gegründet. Sein Sitz ist in der Königstraße 9, geleitet wird es von Ing. Arthur Otto.
Etwa gleichzeitig eröffnet auch die Allgemeine Elektrictäts-Gesellschaft (AEG) ein Technisches Büro in der Theaterstraße.

1903

übernimmt Siemens & Halske die EAG, die fortan als Siemens-Schuckertwerke firmiert. Gleichzeitig wird das Technische Büro Chemnitz als Hauptbüro in der Äußeren Klosterstraße 27 eröffnet, als Technisches Büro der Siemens-Schuckertwerke (TB SSW). Bis 1914 wächst die Belegschaft von 4 Ingenieuren und 10 Monteuren auf 70 Ingenieure und 70 Arbeiter.

1908

übernehmen die Siemens-Schuckertwerke die Protos-Automobilwerke in Berlin. Protos hatte im gleichen Jahr die Fernfahrt New York – Moskau – Paris mit Unterstützung des deutschen Kaisers Wilhelm II. gewonnen und einen Automobil-Hype ausgelöst. Ab 1921 übernimmt Siemens den Alleinvertrieb und etabliert die Marke Protos auch für Hausgeräte wie Waschmaschinen. Protos stellt auch elektrisch angetriebene Lkw und Omnibusse her, wird aber 1926 an die AEG verkauft, die das Werk in die Nationale Automobil-Gesellschaft eingliedert, wo es mit den Presto-Werken in Chemnitz verschmilzt.

1922

wird das Grundstück Kantstraße 4 – 8 in Chemnitz erworben und als Automobilwerkstatt eröffnet, außerdem wird eine Lagerhalle errichtet. Ab 1928 wird in der Äußeren Klosterstraße 27 auch der Vertrieb von Protos – Hausgeräten eingerichtet und 1933 ein Ausstellungsraum für Endkunden eröffnet.

1930

hat Chemnitz 361.000 Einwohner und damit hat sich die Bevölkerung in 50 Jahren versechsfacht.

1938

wird der Hausgerätevertrieb in die Kronenstraße 2 verlegt. Im TB SSW werden zum ersten Mal Lehrlinge ausgebildet.

1945

wird das Büro in der Äußeren Klosterstraße 27 im Bombenhagel zerstört. Eine Ausweichstelle wird vorübergehend in Limbach in der Gabelsberger Str. 8 bei der Firma August Neumann Wirkwarenfabrik eingerichtet.
Chemnitz ist nun sowjetisch besetzt, Limbach dagegen amerikanisch. Der Rücktransport der Dokumente ist schwierig.
Der Rat der Stadt fordert alle Betriebe zur Bergung von Maschinen und Anlagen auf. In der Kantstraße werden aus den Trümmern geborgene Elektromotoren repariert. Das Technische Büro untersteht formal aber noch den Siemens-Schuckert-Werken in Berlin-Siemensstadt.




Werner von Siemens um 1845


Johann Georg Halske um 1855


Sigmund Schuckert um1885