Die CNC 500 ist 1974 die erste computergestützte numerische Steuerung der DDR. Als Computer dient dabei der Kleinsteuerrechner KRS 4100 des VEB Robotron Radebeul. Die Entwicklung dieses Rechners erfolgte beim VEB Carl Zeiss Jena, er hatte keine Gemeinsamkeiten mit den anderen Rechnern der R4000-Serie.
Dieser Rechner kann mehrere Numerische Peripherieeinheiten (NCP) mit Befehlen versorgen. Damit können neben Einzelmaschinen auch Mehrmaschinensysteme gesteuert werden.
Die CNC 500 bietet zahlreiche Verbesserungen gegenüber dem System 400:
Die Architektur zeigt folgendes Bild:
Der Rechner KSR 4100 ist in einem separaten Gehäuse eingebaut und wird in einem separaten Raum aufgestellt. Auf Wunsch wird er auch in einen EGS-Schrank eingebaut, um ihn in Maschinennähe zu platzieren.
An den Rechner können ein Lochstreifenleser zur Programmeingabe, ein Lochstreifenstanzer zur Ausgabe korrigierter Programme und ein Blattschreiber angeschlossen werden. Der Blattschreiber dient dabei zur Steuerung von Leser / Stanzer und der Werkstückprogrammkorrektur. Ein externer Speicher kann zur Speicherung mehrerer Werkstückprogramme angeschlossen werden.
Die Steuerungslogik ist als Numerikperipherie NCP in einem Schaltschrank eingebaut. Sie stellt die Schnittstelle zwischen dem Maschinenanpassteil und dem Rechner dar, ihre Aufgaben sind:
An die NCP wird eine Bedieneinheit (Monitor) für den Maschinenbediener angeschlossen. Die Eingabe erfolgt über Drehwahlschalter, die Anzeige über Ziffernanzeigeröhren.
Jede NCP besteht aus einem Schrank mit eingebautem Lüfter, einer Stromversorgungseinheit und maximal 2 Logik- und Ausgabeeinheiten (LAE), welche die die eigentliche Steuerungsfunktionalität beinhalten.
Je nach Funktionsumfang können an einen Rechner eine oder mehrere NCP in einer Ringstruktur angeschlossen werden, wobei maximal 16 LAE’s adressierbar sind.
Die CNC500 wurde ab 1975 angeboten, jedoch nur in wenigen Stück hergestellt. Denn die rasche Entwicklung der Mikroelektronik ließ erahnen, dass schon in den nächsten Jahren Geräte wie Prozessrechner statt in einem Schrank auf einer Leiterplatte realisiert würden. Deshalb begann gleichzeitig die Entwicklung des Systems 600.