VEM - Numerik - Siemens

Steuerungsentwicklung in Chemnitz
 

CNC 700

Übersicht

Die CNC 700 wird als Kompaktsteuerung in Komponentenbauweise beworben. Kompakt bezieht sich darauf, dass die Bedienkomponente vergleichbar mit der CNC-H 600 war, allerdings nun mit einem Bildschirm ausgestattet. Die Logik ist in Kassettenbauweise aufgebaut, so dass die Steuerung für unterschiedliche Maschinen optimal konfiguriert werden kann.

Zunächst als CNC 700K angekündigt, wird sie schließlich als CNC 700 vermarktet, nachdem das neue 16-bit-System den Namen 7000 bekam. Als Mikroprozessor wird weiterhin der 8-bit-Prozessor U880 (Z80) eingesetzt, für die rechenintensive Interpolation der Bewegungsführung auf der Wegerechnerbaugruppe werden allerdings schon 16-bit-Prozessoren U8000 (Zilog Z8000) eingesetzt.

Die Serieneinführung erfolgte Ende 1986.

Die CNC 700 wird in folgenden Varianten geliefert:

  • CNC 710 für maximal 8 Achsen
  • CNC 720 für maximal 16 Achsen

Durch Kopplung dieser Basisvarianten über eine serielle Schnittstelle können weitere Konfigurationen erzeugt werden:

  • CNC 730 aus 2 gekoppelten CNC 710
  • CNC 740 aus der Kopplung einer CNC 710 und einer CNC 720
  • CNC 750 aus 2 gekoppelten CNC 720


Die Software ist ebenfalls modular aufgebaut, die jeweilige Technologie wird durch spezielle Technologiemodule unterstützt:

unterstützte Technologien:

  • Drehen
  • Bohren
  • Fräsen
  • Wälzen
  • Schleifen
  • Brennschneiden / Erodieren


Die SW besteht aus einem anwendungsunabhängigen Kern,

technologiespezifischen Modulen des Steuerungsherstellers,

verschiedenen Dienstprogrammen des Maschinenherstellers

und den Werkstück- und Jobprogrammen des Endanwenders. 



Aufbau 

Die CNC 700 besteht aus 3 Grundeinheiten:

  • Bedienkomponente (BK) mit Bildschirm und Tastatur inkl. Maschinensteuertafel
  • Logikkomponente 1 (LK1) zur Mensch-Maschine-Kommunikation mit 6 Steckplätzen zur Ansteuerung der Bedienkomponente und seriellen Schnittstellen für Drucker, Magnetbandleser, DNC (Direct Numeric Control) und ein PRG (Programmiergerät) sowie parallelen Schnittstellen für Lochstreifenleser und –stanzer
  • Logikkomponente 2 (LK2) zur Maschinensteuerung mit 12 Steckplätzen für Programmspeicher,  Arithmetikrechner, Leitrechner, Wegerechner, Achsansteuerung, PLC-Rechner
  • Alternativ wird auch eine Kassette LK1/2 angeboten, welche beide Komponenten vereint.


Die Struktur der Steuerung verdeutlicht folgendes Blockbild:


Bedienkomponente:

  • Bildschirm s/w Bildröhre mit 24 Zeilen zu je 80 Zeichen
  • Tastatur mit Funktionstastatur und Ziffernblock,
  • 7 Softkey für 28 Funktionen, Cursortasten, 70 frei belegbare Maschinentasten
  • 5 Potentiometer für Drehzahl-, Vorschub- und Eilgang-Override, Notaus-Taster, 2 Schlüsselschalter

Logikkomponente 1: 6 Steckplätze

  • ABA     Ansteuerung Bedienblende / Anzeige
  • AR/LR  Anzeigerechner mit 2 x 8bit-Prozessor U880
  • PR       Peripherierechner mit U880, 2 x V.24/IFSS Interface, Leser-/Stanzer-Interface, EPROM-Programmer-Interface
  • SSP     Sondersteckplatz für 2 x K1520-Baugruppen für Floppy-Disc-Anschluss und eine Inbetriebnahme-/Service-Baugruppe (ISK)

Logikkomponente 2: 12 Steckplätze

  • AR/LRR Leitrechner mit 2 x 8bit-Prozessor U880 (die Baugruppen AR und LR sind identisch)
  • PS       Programmspeicher mit bis 80 kB ROM und 112 kB RAM
  • A         Arithmetik-Einheit
  • WR     Wegerechner mit 2 x 16bit-Prozessor U8000 für 8 Achsen, kann 2x gesteckt werden
  • IPW     Impulsphasenwandler für 4 inkrementale Messsysteme (IGR), kann 2x gesteckt werden
  • AXA    Achsansteuerung mit einem U880, für 8 analoge Sollwertausgänge (+/-10V) und 5 Resolver- sowie 3 Inductosyn-Anschlüsse, kann 2x gesteckt werden
  • PCR6   PLC-Rechner mit 2x U880 zur Ansteuerung der PEAS 600 (aus dem CNC 600 – System)
  • PCR7   PLC-Rechner mit 2x U880 zur Ansteuerung der PEA 7000 (aus dem CNC 7000 – System)
  • (diese Baugruppen sind alternativ steckbar)


Jede Komponente ist mit einer eigenen Stromversorgung für 5V, +/-15Vund +/-12V ausgestattet.

Folgende Kassettenbestückungen sind möglich:

LK1                                         

LK2

LK1/2




Die Basisvarianten ergeben sich aus 

CNC 720: BK + LK1 + LK2

CNC 710: BK + LK1/2 

Die CNC 700 ist insgesamt eine sehr fortschrittliche und konkurrenzfähige Steuerung, aber auch ziemlich teuer. In einer CNC 720 sind immerhin 13 Prozessoren verbaut. 


Anwendungen:

Die CNC 700 war für alle Technologien und Bearbeitungszentren geeignet. 


CNC 700 an einer Fräsmaschine CW500 (Heckert Karl-Marx-Stadt)


CNC 700 an einer Fräsmaschine FC400P (Heckert Karl-Marx-Stadt)



CNC700 mit Schleifmaschine SFW800 (WEMA Meuselwitz)


CNC 700 an einem Fräszentrum ZFZ03 (Modul Karl-Marx-Stadt)


CNC 700 an einem Bohrwerk (Union Gera)